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Große Karte: Das NSG Kindelsee-Springluch liegt im Landschaftsschutzgebiet Westbarnim und ist Teil des Naturpark Barnims

Fläche: Das Gebiet umfasst eine Fläche von 69 Hektar.

Beschreibung, Entstehung:

Das NSG wird geprägt durch eine Abflussrinne, die sich durch Gletscherschmelzwasser der letzten Eiszeit vor

ca. 10.000 Jahren in das Barnimplateau, einer Grundmoränenplatte der älteren Saaleeiszeit, einschnitt.

Spätere Dünenaufwehungen verschafften dem Gebiet sein bewegtes Relief. In der Abflussrinne verläuft heute

das Kindelfließ. Der Kindelsee, als ursprünglich größte Erweiterung des Kindelfließes, entstand durch Niedertauen

von Toteis. Nacheiszeitlich wuchsen in der Schmelzwasserrinne Torfe auf. Umfangreiche menschliche Eingriffe

in das Gewässersystem vor 1990 führten zu großflächigen Grundwasserabsenkungen und Absenkungen des

Seewasserspiegels. In der Folge verlandete der See rasant und eine Entwässerung des Moorkörpers setzte ein,

so dass die Wasserrückhaltefunktion des Gebietes gestört ist. Durch die stetige Verlandung wuchs um die

freie Wasserfläche ein breiter Röhrichtgürtel, an dem sich Weidengebüsche, Erlenbrüche und Feuchtgrünflächen

anschließen. Auf höher gelegenen trockenen Standorten stocken Eichenmisch- und Kiefernforsten.

Alte Huteeichen zeugen von der Waldweide vergangener Jahrhunderte. Die umgebenden Grünlandflächen

werden durch extensive Mahd und Beweidung genutzt. Der See und der umgebende Röhrichtgürtel bieten

u.a. Fischen, Amphibien, dem Fischotter, Vögeln und Insekten geeigneten Lebensraum. In den strukturreichen

Wäldern finden zahlreiche Vogelarten, wie Mittel- und Grünspecht, Kernbeißer, Kuckuck und Waldbaumläufer

Rückzugsplätze und Nahrung. Zudem hat das Gebiet eine hohe Bedeutung im Biotopverbund zwischen

Tegeler Fließ und Katharinensee.

 

Gebietsbetreuer: Judith Paeper