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Foto: Mitgliederversammlung vom 21.10.2017

 

Auszug aus dem Tätigkeitsbericht des NABU RV Oranienburg e.V. am 21.10.2017

Der Bericht bezieht sich auf den Zeitraum vom Oktober 2016 bis September 2017 und gliedert sich in Angaben zum Arten- und Biotopschutz, zur Umweltbildung und

Öffentlichkeitsarbeit.

1. Arten- und Biotopschutz

1.1 Arbeiten im Rahmen der AG „Gebiets- und Artenschutz“:

-laut Arbeitsplan:

Jahresberichte des Betreuernetzes für Schutzgebiete und  Arten; Exkursionen in die

„Zehdenicker Tonstiche“ (01.05.) und in den NP „Nuthe-Nieplitz-Niederung“ (20.05.); Thematische Radwanderung „Rauch-, Mehlschwalben und  Mauersegler“ mit Frau Schuldes.

-Brutvogel-Monitoring in der Normallandschaft

-Artbetreuungen (Weißstorch, Kranich,Schrei-, See- und Fischadler, Rauch-, Mehlschwalben,  Mauersegler)

-Pegelmessungen Feuchtwaldgebiet Bernöwe durch  Herrn und Frau Rupp

-spezielle Arbeitseinsätze:

Mahd und Beräumung der kanadischen Goldrute im  NSG „Pinnower See“ unter Leitung von Herrn N. Jänicke

Regulierung der Stauhaltung im Feuchtwaldgebiet Bernöwe und Beräumung der

„Roten Fließlake“ im „FFH-Gebiet Kreuzbruch“ von Biomasse und Totholz durch Herrn S. Behrendt und H.-W. Schmidt, so dass gute Wasserstände in der Niederung erreicht wurden. 

-Grabenpflege im NSG „Kremmener Luch“ durch Dr. Löwe und H.-W. Schmidt

 1.2 Sicherung und Entwicklung von Feuchtbiotopen und Artenschutzmaßnahmen

-Mit der Agrarproduktion Neuholland wurde am 21.12.16 ein Landpachtvertrag (Wiesenmahd   ab  01.07.) über eine Eigentumsfläche von 1,3 ha abgeschlossen.

-Die Pflegemahd und Beräumung der „Sperberhofwiese“ durch Pferdehalter Herr Rickmann erfolgt 2017 bisher nicht.Ein Wechsel des Vertragspartners für 2018 wird angestrebt.

-Sicherung der Wasserhaltung im Erlenbruch Neuholland“ April 2016 in Absprache mit dem WBV„Schnelle Havel“.

-Im Rahmen ihrer Ansiedlungs- und Schutzbemühungen für Schwalben und Mauersegler 2017 konnte Frau Schuldes 904 Nestbauaktivitäten für Mehlschwalben, 385 für

Rauchschwalben und 108 Niststätten für Mauersegler nachweisen.

-In unserer Wildvogel- und Igelhilfe bei Herrn Heigel wurden 111 kranke bzw. verletzte Vögel (25 Greifvögel, 7 Störche, 6 Waldschnepfen, 67 Kleinvögel u. a.) sowie 18 Igel in Pflege

genommen. Davon konnten 86 Vögel erfolgreich ausgewildert werden.

-Am Stausee Neuholland wurden bei Eislage 3 Baumteller in Ufernähe für den Eisvogel hergerichtet.

2.Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit

2.1 Unsere Kindernaturschutzgruppe AG „Naturschutz“ lernt und handelt weiterhin im 14-tägigen Abstand erfolgreich unter Leitung von Frau Schulz, Frau Bischoff, Frau Dauwe und Frau

Willberg in der Grundschule Germendorf. Beim Landeswettbewerb „Erlebter Frühling“ 2017 erhielt die Gruppe die Auszeichnung " Brandenburger Landespreis".

2.2 Unsere gern besuchte Webseite (durchschnittl.25 täglich) www.nabu-oranienburg.de mit dem aktuellen Blick in ein Storchennest wurde unter Leitung von Herrn Heigel modernisiert,

wieder aktualisiert und mit Unterstützung von Herrn M.Behrendt ergänzt. 

2.3 Unter Leitung von Frau Pelzl gestaltete unsere AG eine naturschutzfachliche Ausstellung und zeigte am 29.04.17 u. a. einen Weißstorchfilm von Herrn Heigel beim „Krämerwaldfest“

in Wolfslake.

2.4 Herr S. Behrendt und Herr Heigel wirkten am 06.03.17 beim Projekttag der 5. Klassen an der Commeniusschule Oranienburg beim Nistkastenbau mit und setzten unser Vogelquiz-

Gerät ein.

2.5 Unser Info-Stand beim Heidefest in Zühlsdorf am 15.07.17 wurde von Frau Hebestreit und Herrn S. Behrendt erfolgreich betreut.

2.6 Die öffentliche Volgelstimmenwanderug um den "Summter See" erfolgte am 23.04.17 unter Leitung von Frau Kirchner.


 

                                                                                                             

    

     

 

   Insektensterben aufhalten –

 

   Landnutzung neu denken

 

 

 

 

 

Am 18.11.2017 in Potsdam auf der Landesvertreterversammlung beschlossen.

 

 

 Der NABU Brandenburg fordert die Landesregierung Brandenburgs auf,

 

 

 Die erschreckende Bilanz wissenschaftlicher Langzeitstudien macht deutlich, dass eine Umkehr von der Intensivierung und Industrialisierung der Landwirtschaft längst überfällig ist. Die in dem Wissenschaftsjournal PLOS ONE veröffentlichte Studie „More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas“ (Hallmann et al. 2017) zeigt, dass innerhalb von nur 27 Jahren die Gesamtbiomasse von Fluginsekten um 75% zurückging und dass dieser Rückgang gerade in den letzten Jahren immer dramatischer wurde. So die Bilanz der Arbeit der Spezialisten aus dem Entomologischen Verein Krefeld. Dieser dramatische Verlust der Artenvielfalt führt neben dem Fehlen wichtiger Bestäuber für z.B. den Obst- und Rapsanbau und für viele Wildpflanzen auch zum Verlust der Nahrungsgrundlage für Singvögel und Fledermäuse.

In der Studie konnten durch den Abgleich mit Daten von Wetterstationen und Vegetationsaufnahmen über diesen Zeitraum Klima- und Biotopveränderungen als Hauptursachen für den Rückgang ausgeschlossen werden. Da alle Untersuchungsorte in Schutzgebieten lagen und 90 Prozent dieser Schutzgebiete vergleichsweise kleine Inseln sind, die von intensiver Landwirtschaft umgeben sind, liegt der Einsatz von Pestiziden als Hauptursache nahe.

Am 18.11.2017 in Potsdam auf der Landesvertreterversammlung beschlossen.

Besonders problematisch erscheint dabei der Einsatz von Neonicotinoiden als hochwirksame Neurotoxine, die als systemisch wirkende Insektizide viele Insekten, die an Pflanzen fressen, saugen und Blüten bestäuben, abtöten.

Obwohl der Rückgang vieler Insektenarten der Offenlandschaften längst bewiesen ist und klar ist, dass massive Änderungen in der Landnutzung herbeigeführt werden müssen, fehlen entsprechende Vollzugsmaßnahmen aus der Politik ebenso wie eine fachkundige naturschutzfachliche Beratung der Landwirte.

Die „gute fachliche Praxis“ ist bisher trotz gesetzlicher Aufforderung in verschiedenen Gesetzen wie BNatschG, BBodschG, DüngeVO, DüngeG nicht klar definiert.

Kleinbäuerliche Strukturen; in denen die Belange von Umwelt- und Naturschutz besser durchgesetzt werden könnten, werden durch die Förderpolitik und deren Bürokratie aus dem Markt gedrängt.

Die Agrarlandschaft, immerhin 50% der Landesfläche, wird den immer größer werdenden Maschinen angepasst. Naturschutzfachlich wertvolle Kleinststrukturen werden dabei häufig zerstört. Eine bodenschonende vielfältige Fruchtfolge wird dem lukrativen und subventionierten Anbau von Energiepflanzen geopfert.

Über das Verbot des Totalherbizids Glyphosat wird seit 2 Jahren nicht auf dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis diskutiert, stattdessen stehen Lobbyinteressen offensichtlich im Vordergrund.

Die dringend notwendige Entscheidung bis zum 15.12.2017 sollte endlich zugunsten der Natur getroffen werden.

Wenn der massive Rückgang der Insekten und Agrarvögel überhaupt noch zu stoppen ist, dann nur durch unmittelbar greifende Sofortmaßnahmen und ein schnelles und nachhaltiges Umdenken.